Sonntag, 2. Januar 2011

Sonne

"The Australian sun does not take prisoners" (die australische Sonne macht keine Gefangenen) habe ich in einem Handbuch übers Reisen im Outback gelesen. Damit war natürlich nicht ein deftiger Sonnenbrand gemeint, sondern dass Hitze und Trockenheit zusammen mit Abgeschiedenheit keinen Spielraum für Fehler zulassen. Nun, vor allem der letzte Faktor war gestern nicht gegeben, als wir kurz nach sechs Uhr morgens die gut 30 km von Melrose (Google Map) in die Alligator Gorge radelten, wo es übrigens keine Alligatoren gibt.



Bereits am Tag zuvor war es über 40°C heiss gewesen und nachts hatte es nicht unter 30°C abgekühlt (in der Schweiz werden Nächte, in denen die Temperatur nicht unter 20°C fällt, als tropische Nächte gezählt ...). Für gestern waren bis zu 45°C angesagt gewesen. Also besser früh starten und zeitig wieder zurück sein!



Wir hatten zusammen vier Liter Wasser dabei, wovon nach der kurzen Wanderung durch die Gorge noch immer etwa zwei Liter übrig waren. Allerdings war es da bereits 10 Uhr. Auf den 11 km bis Wilmington waren bloss etwa 250 Höhenmeter zu überwinden, aber der heisse Gegenwind trocknete Haut und Mund buchstäblich in Windeseile. Bis Wilmington waren unsere Flaschen fast leer, und es standen noch die 21 km bis Melrose (mit gutem Rückenwind!) zu Buche. So kippten wir in der Kühle der "Country Supplies and Petrol"-Station von Wilmington innert Minuten durstig eine Flasche Mineralwasser in uns rein und teilten eine weitere auf unsere zwei Trinkflaschen auf (total also 1.25 Liter pro Person). Die Frau von der Service-Stelle schüttelte nur den Kopf.







Es wäre übertrieben zu schreiben, die Fahrt durch die baumlose, leicht gewellte Ebene bis Melrose sei ein Trip durch die Hölle gewesen -- immerhin machten wir mit Rückenwind so um die 35 km/h -- aber nach 18 km und mit erneut wieder fast leeren Flaschen waren wir so aufgeheizt, dass wir beim ersten grossen Baum Zuflucht suchten und uns für die verbleibenden 3 km zuerst etwas abkühlten.

Auf der Strecke gab es alle paar Minuten Autos und am Strassenrand hätte man auch Schatten gefunden, aber die Situation zeigte uns wieder einmal deutlich, dass mit so viel Sonne und Hitze tatsächlich nicht zu spassen ist. Immer wieder wird darauf aufmerksam gemacht, dass man bei Reisen ins Outback (was es gestern nicht war) mindestens 8 Liter Wasser pro Tag und Person mitführen und im Falle einer Panne unbedingt beim Fahrzeug und im Schatten bleiben soll. Viele Europäer (und auch Australier!) haben diesen dringenden Rat schon ignoriert und später mit dem Leben bezahlt. Im Outback steigen die Temperaturen nicht selten auf 48 oder 50°C. Wie die Schafe im Pelzmantel dies überlegen, ist ihr Geheimnis.



N.B. Über Nacht hat der Wind gedreht und heute war die Temperatur tagsüber wieder bei erträglichen 33°C. Es war gut, wieder mal zu fühlen, was zwei Hitzetage mit einem anstellen, und waren froh, dass es heute kühler war, weil vor allem auch Schlaf und Erholung unter der Hitze leiden. Ein Australier auf dem Campingplatz meine, dass nach einer Hitzewoche alle aussähen wie Zombies.

Sonntag, 26. Dezember 2010

25. Dezember, Memory Cove

Als der Engländer Matthew Flinders mit seinem Schiff Investigator 1802 die südaustralische Küste kartografierte, ertranken acht seiner Seemänner, als ihr Boot beim Versuch Trinkwasser aufzutreiben von einer Strömung erfasst wurde und kenterte. Flinders nannte die Bucht zum Gedenken Memory Cove.


Heute ist diese extrem schöne Bucht in die Memory Cove Wilderness Protection Area (Google Map) integriert, welche ihrerseits Teil des Port Lincoln National Parks ist. Maximal 15 Fahrzeuge werden pro Tag in die Area eingelassen (einen Schlüssel für das Tor gibt's gegen ein Depot von $50 auf dem Visitors Centre in Port Lincoln), und in Memory Cove selbst ist einer jener Camping Grounds, von denen man noch Jahre später schwärmt: gleich hinter den ersten Dünen, 20 m vom Strand, befinden sich fünf nummerierte und abgesteckte Plätzchen unter Mallee- und Eukalyptusbäumen.


Das Meer ist klar und lud zum ersten Bad der Saison ein.


(Fürs Protokoll sei erwähnt, dass Beat bei seinem Besuch bereits vor einem guten Monat in Apollo Bay die Saison diesbezüglich eröffnet hat, bei geschätzten 16°C).

Man hat uns vielfach versichert, dass es ab dem 26. Dezember an allen Campingplätzen am Meer zugeht wie in St. Moritz am 26. Dezember: vorher läuft nichts bis nicht viel, und dann ist plötzlich die Hölle los. Aus diesem Grund war es möglich, dass wir vor einer Woche überhaupt noch einen Platz in Memory Cove für zwei Nächte reservieren konnten ($15 pro Nacht). Vom 24. auf den 25. waren sogar nur zwei der fünf Stellplätze belegt, sodass wir uns den schönsten, Nummer 2, unter den Nagel rissen, obwohl wir Nummer 5 zugeteilt hatten :-).
Bereits der Weg zur Memory Cove ist spektakulär. Eine Schotterstrasse führt 19 km durch wechselnde Vegetation, die immer wieder Aussicht auf ein tiefblaues Meer mit kleinen Inseln in Küstennähe und schäumende Brandung bietet.
Und zur Krönung gesellten sich am Weihnachtstag während dem Morgenessen noch vier Delphine zu uns, welche ihr Frühstück allerdings im Wasser einnahmen (ohne Foto).



Leider war es um 12 Uhr vorbei mit der Ruhe: zwei Fahrzeuge (je mit Bootsanhänger) und total elf Personen stürmten den Camping Ground und die Beach, und als erstes musste ein Motorboot zu Wasser gelassen werden, obwohl es eigentlich keine Bootsrampe gibt -- der Pfosten, der genau dies verhindern sollte, war auf jeden Fall kein ernstes Hindernis.


Die Hölle kann also ausnahmsweise auch schon am 25. Dezember losbrechen. Wir werden uns also für die kommenden Tage daran gewöhnen müssen, Camping Grounds und Strände nicht mehr für uns alleine zu haben. Aber vielleicht ja danach wieder.


Wir wünschen allen nachträglich eine frohe Weihnacht und einen erfolgreichen Start ins Neue Jahr!

Sonntag, 12. Dezember 2010

Der Klassiker: Great Ocean Road

Seit knapp zwei Wochen sind Jeannine und ich motorisierte Nomaden, da wir unsere Wohnung in Melbourne aufgelöst haben. Nun geniessen wir die Freiheit, täglich — und noch bis Ende Februar — aufs Neue bestimmen zu können, wie die Reise weitergeht.

Als erstes, und sozusagen vor der ehemaligen Haustüre, nahmen wir uns die Great Ocean Road vor, die wir wohlweislich aufgespart hatten, obwohl ihr östliches Ende weniger als 100 km von Melbourne entfernt ist. Die Great Ocean Road (GOR) ist das wunderbare Stück Küstenstrasse zwischen Port Fairy und Torquay. Sie ist wohl das touristische Aushängeschild von Victoria. Zu recht. In Eile liesse sie sich in einem Tag abspulen, aber eine Woche scheint eine bessere Planung zu sein, glaubt man all jenen, die es in drei Tagen versucht hatten, denn es gibt natürlich mehr zu sehen als nur schöne Buchten.


Google Map gross

Die Frage, ob man die 279 km lange GOR von Westen nach Osten oder von Osten nach Westen befährt, ist nicht akademisch. Der typische Australientourist fährt entweder von Adelaide nach Melbourne oder umgekehrt (auf der kürzesten Route 728 km, via die GOR 963 km). Welche Richtung ist vorzuziehen? Nun, wenn man dem Thunersee über Gunten entlangfährt, dann bietet die Fahrt von Thun nach Interlaken die bessere Aussicht als die Gegenrichtung, weil man auf der Seeseite fährt und weil die Aussichtspunkte auch auf der Seeseite liegen. Dasselbe gilt für die GOR, aber da in Australien Linksverkehr herrscht, ist man dem Meer näher, wenn man von Melbourne nach Adelaide fährt. Da wir ohnehin in Melbourne starteten, traf sich das prächtig.

Das ikonische Bild von der Great Ocean Road sind natürlich die Twelve Apostles:


Ebenso natürlich hat die GOR viel mehr zu bieten als nur diese Kalksteintürme, von denen alle paar Jahre einer Schlagzeilen macht, weil er umstürzt oder weil der Steinbogen, mit dem er noch mit dem Festland verbunden war, einbricht, und ein paar verwirrte Touristen auf einem Pfeiler im Meer zurücklässt.
Von Melbourne herkommend, fährt man zuerst gut 100 km erstklassige Kurvenstrasse, teilweise in steile Felswände gehauen, teilweise entlang felsigen oder sandigen Stränden. Gegen das Cape Otway hin, entfernt sich die Strasse vom Meer und führt durch wunderschönen, sogn. kalten Regenwald, der zum grossen Teil aus hohen Eukalypten, Myrtle-Buchen und Farnen besteht.


Dort ist man mitten im Otway Nationalpark, der sich über eine Länge von mehr als 100 km erstreckt und sich auf über 600 m.ü.M. erhebt. Der Park bietet viele tolle Spaziergäng zu Wasserfällen, eine Velotour auf dem Trassee einer ehemaligen Eisenbahn (die Schienen und Bahnschwellen wurden entfernt ...), ein Dutzend kostenlose Camping Grounds mitten im Wald oder direkt am Meer, einen Leuchturm, Wälder mit Koalas, Ferienorte mit guten Restaurants, Surfstrände, etc. Und dann gibt es auch noch den 91 km langen Great Ocean Walk.




Port Fariy

Die GOR ist natürlich besonders eindrücklich, wenn hohe Wellen branden und die Sonne scheint. Dann tost der Southern Ocean und die Gischt spritzt. Leider waren die Wellen diesmal etwas kläglich und das Wetter wechselhaft und eher kühl.


Trotzdem: die Great Ocean Road ist ein Muss und lohnt sich bei jeder Witterung, denn nach Regen sind die Wasserfälle besonders schön.

Little Aire Falls

Eine Woche kann man so locker mit einem höchst attraktiven Programm füllen.

Sonntag, 28. November 2010

Damn important!

Melbourne zählt sicher zu der Handvoll Städte auf der Welt mit dem höchsten Pro-Kopf-Kaffeekonsum. Ohne Kaffee geht nicht viel. Ich habe nicht einmal zu zählen versucht, wie viele Cafés es denn in etwas gibt. Wohl eher tausende als hunderte. Allein auf meinem Arbeitsweg passierte ich sechs bevor ich in die Metro stieg, und dann zwischen dreissig und vierzig auf den 12 Minuten Fussweg zwischen Flinders Street Station und Büro.

Natürlich haben die wenigsten Leute die Zeit, sich jeden Morgen irgendwo niederzulassen, Kaffee zu trinken oder sogar noch etwas zu essen. So bietet jedes Café auch immer take away ("to go") an. Die meisten haben Karton- oder Plastikbecher in speziellem Design.


Vom Design her gefällt mir der Griffiths-Becher am besten:


Wichtiger ist jedoch der Inhalt. Hier meine Favoriten: large latte von Cocoa Bean oder von Degani.


Es ist oft möglich, seinen eigenen, wiederverwendbaren Becher auffüllen zu lassen, wenn man das will. Einige der präsentierten Becher, die ich auf diese Weise zu Gesicht bekam, wären wohl in der Mülltonne besser aufgehoben gewesen. So oder so, jedem seinen daily grind 1.

Damn important!


1 Daily Grind ist natürlich ein Wortspiel: to grind heisst mahlen, aber traditionellerweise wurde die tägliche "Büetz" als the daily grind bezeichnet, nicht der tägliche Kaffee.

Mittwoch, 24. November 2010

Damn good!

In England, Australien und Neuseeland gibt es unter der Woche kaum eine ausgeprägte Frühstückskultur wie in der Schweiz. Entweder begnügt man sich mit einem schnellen Toast, einem "muesli" oder mit ein paar Wheet-Bix, vielleicht noch ein paar Früchte dazu. "Richtiges" Brot, Confischnitte, Käse, etc. ist nicht angesagt.

Dafür wird am Wochenende ausgiebig gefrühstückt, wozu man so gegen 11 Uhr in eines der vielen Cafés pilgert. Die Auswahl ist reich, und die Portionen sind es meist auch. Bei den meisten Gerichten sind Eier im Spiel (Bacon and Eggs, Eggs Benedict, Scrambled Eggs, etc.), aber auch Beans on Toast oder muesli mit Früchten sind populär. Die für uns ungeschlagene Kombination offeriert das DUKES Café in der Chapel Street: Hummus-Toast mit Guacamole, zwei pochierten Eiern, in Honigsauce marinierte und gebratene grosse Speckwürfel und etwas Portulak-Salat:


Damn good!

Montag, 15. November 2010

Damn right!

Am Freitag vor einer Woche schafften es Jeannine und ich unterwartet und erstmalig, vor der Arbeit im Palate Café in der Greville Street einen latte zu trinken, wie hier der caffè latte kurz genannt wird. Cafés hat es sehr viele, doch Strassencafés sind rar, und wenn einem die Frühlingsmorgensonne auf das Tischlein scheint, dann ist die Welt gleich doppelt in Ordnung.

Drinnen orderten wir beide einen tall latte und ein muffin und setzten uns draussen hin. Der Kaffee wurde im hohen Glas serviert – das Frölein musste zweimal laufen, weil sie nicht mehr als einen aufs Mal tragen konnte (das Tablett als Werkzeug ist hier nur ausnahmsweise im Gebrauch):

Die Zuckerdose ist normal gross.

Als sie mir die Lieferung vorsichtig auf den Tisch stellte, sagte ich augenzwinkernd, "now that's what I call a tall latte".  Sie antwortete ebenso vergnügt wie trocken, "Damn right!".

Freitag, 12. November 2010

Im Outback — Teil 6: Stock Routes & Droving

Teil 5

Wer den Film "Australia" gesehen hat, kennt auch den Drover — das ist der australische Cowboy, der unablässig eine Herde von Pferden ums Haus treibt, was zwar tolle Bilder abgibt, aber etwa so unsinnig ist, wie eine Gruppe Kühe im Stall herumzuscheuchen. (Trotzdem, wer den Film noch nicht gesehen hat, dem ist er zu empfehlen, weil er einen guten Eindruck vom Outback und dem Leben dort vermittelt; die Story ist eher dünn).
Was also den Amerikanern ihr Cowboy und den Argentiniern ihr Gaucho, ist den Australiern der Drover. Es wird eine gute Portion Mythos und Romantik damit verbunden, obwohl es harte, karge, staubige und einsame Arbeit war, vor allem Kühe quer durchs Outback zu treiben. Den Beruf gibt es so heute nicht mehr, und die Letzten, die ihn noch ausübten, bestätigen, dass die 16. Stunde im Sattel bei nasskaltem Wetter oder im Staub meist keinen Spass mehr machte.

(Bild OUTBACK Magazine, Oct/Nov 2010)

In seinem kürzlich erschienen Buch, "The Drovers – Stories behind the heroes of our stock routes", beleuchtet der australische Historiker Evan McHugh die Geschichte der Viehzucht in Australien und des Viehtreibens über lange Distanzen (droving).
Droving ist ein wichtiger Teil der Besiedlungsgeschichte Australiens, welche von der Küste (Sydney, Melbourne, Brisbane, Adelaide, Perth) her gegen das Landesinnere erfolgte. Unter anderem der Goldrausch ab 1850 in grossen Teilen von Victoria, aber auch in Western Australia und anderen Teilen Australiens, führte zu einer enormen Immigrationswelle, und eine immer grösser werdende Menge von Mäulern wollte gefüttert werden. Die besten Viehzuchtgebiete befinden sich in einem Bogen, der sich von Nordwesten her ums Lake-Eyre-Becken zieht (in nächsten Bild grün markiert), während die Märkte im Süden und Osten des Landes waren (dunkelrot).

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Was zuerst nur einzelnen "wilden" Drovers gelang (z.B. Harry Redford, der 1870 in Queensland eine Herde ungebrannter Rinder stahl und sie durch die Strzelecki-Wüste nach Adelaide trieb und dort verkaufte), wurde bald zur etablierten Praxis und zu einem lukrativen Geschäft. Ein Drover (= Boss) wurde jeweils von mehreren stockmen, von einem Koch, von Pferdejungen, von ochsengezogenen Wagen und zusätzlichen Pferden begleitet (drei Pferde pro Reiter). Bald wurden Stations in grösserer Zahl in den guten Weidegebieten gegründet und Wege durchs Outback gefunden, auf denen Herden von 200 bis 2000 Rinder getrieben werden konnten, die sogn. stock routes (stock = Vieh). Die bekanntesten dieser Routen sind der Birdsville Track, der Strzelecki Track, die Canning Stock Route und der Muranji Track. Die meisten Routen führten zum nördlichen Ende einer Bahnlinie, über welche die Rinder dann in die Städte und Hafen gefahren wurden (z.B. Wiluna oder Marree, siehe Karte)

Da Rinder aber nicht mehr als zwei Tage ohne Wasser laufen — oft verendeten ganze Herden unterwegs—, konnten sie anfänglich nur nach Überschwemmungen getrieben werden, indem Routen von Wasserloch zu Wasserloch gefunden wurden. Um den Handel zu fördern, begannen die Regierungen der verschiedenen Staaten gegen Ende 19. Jahrhunderts, Bores entlang der Routen zu finanzieren. Nur so wurde es möglich, dass mehr als nur alle paar Jahre ein mob Rinder die Reise antreten konnte. Mit den Bores wurden auch neue Stations im Landesinnern gegründet, wie z.B. die Arckaringa Station.

Einer, der dieses Geschäft besonders gut und erfolgreich betrieb, war der Cattle King Sydney Kidman.
Er gründete und kaufte strategisch geschickt 90 Stations (mit total 340'000 km2, zum Vergleich: CH 41'000 km2), sodass er seine Rinder je nach Verfügbarkeit von Wasser zwischen seinen Stations verschieben konnte, ohne anderen Station-Besitzern eine grazing fee (Gebühr) entrichten zu müssen.

Das Droving wurde in den 1960er-Jahren fast auf einen Schlag obsolet, weil die Strassen zahlreicher und besser wurden, und von nun an Road Trains die Rinder billiger, schneller und zuverlässiger transportierten. Über die ehemaligen Stock Routes werden heute 4x4-Fahrzeuge getrieben — in grösserer Zahl als je Rinder durchtrotteten.

(Bild OUTBACK Magazine, Oct/Nov 2010)

Heute werden die meisten Rinder nach Wyndham, Rockhampton und Townsville in die meat works (Fleischfabrik; auf der Karte blau markiert) gefahren und verschifft, oder direkt in die Städte, wo nach wie vor grosser Fleischbedarf vorhanden ist.

Droving war vor allem ein Männerjob (der berühmteste dürfte Nat Buchanan gewesen sein, der 1881 über sechs Monate 14'000 Rinder von Queensland ins Northern Territory trieb), aber es gab auch berühmte Droverinnen, wie z.B. Edna Zigenbine (Bildmitte).


Und wer nun immer noch am Outback interessiert ist, darf sich die Bilder von unserem Streifzug im September zu Gemüte führen (Slideshow starten!). Den Birdsville Track konnten wir nicht wie geplant befahren, dafür aber den Strzelecki Track und den Ooodnadatta Track.